Juristenausbildung vor großen Umbruch - Die Umstellung auf Bachelor und Master als Chance begreifen
19.11.2007

Blick ins Plenum
Während Prof. Huber, Vorsitzender des Deutschen-Juristenfakultätentages, am Morgen noch die Gefahren einer solchen Umstellung in den Vordergrund stellte, zeigte doch der weitere Verlauf des Symposiums, dass die weit überwiegende Anzahl der Teilnehmer die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen befürwortet.
Dazu der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes Christoph Frank: "Wir sehen in der Umstellung die Chance, so wirksam den Mängeln der bisherigen Juristenausbildung begegnen zu können". Verwiesen wurde in der Diskussion darauf, dass es kein Qualitätsbeweis für die bisherige universitäre Juristenausbildung sei, wenn 90 Prozent aller Absolventen zur Examensvorbereitung zum Repetitor gingen.

Ulrike Guckes, Geschäftsführerin DAV, in der Diskussion
Der Vizepräsident des Deutschen Anwaltvereins Prof. Dr. Ewer ergänzte, dass das Bachelor-Studium als die grundlegende universitäre Juristenausbildung hierzu stark methodologisch auszurichten und auf die Vermittlung der wesentlichen materiellrechtlichen und dogmatischen Inhalte zu konzentrieren sei. Die große Mehrheit der anwesenden Experten sprach sich für einen Bachelor als eigenständigen berufsqualifizierenden Abschluss sowie ein Staatsexamen als Aufnahmeprüfung in einen Vorbereitungsdienst für die reglementierten juristischen Berufe (Anwalt, Richter, Verwaltung, Notar) aus. Dieser kann dann im Anschluss an das Bachelor-Studium absolviert werden. Einigkeit bestand auch darin, dass in der universitären Ausbildung die Vermittlung methodischen Wissens im Vordergrund zu stehen habe und der bisherige "Fächerkanon" entschlackt werden müsse. "Es geht dabei nicht um die Lösung des häufig problematisierten Masseproblems. Die Reform sollte allen Absolventen dienen und auf einen vielfältigen Arbeitsmarkt vorbereiten," sagte die Geschäftsführerin des Hamburgischen Anwaltvereins, Claudia Leicht, unter großem Beifall.
"Die heutige Diskussion hat bestätigt: Wir stehen vor einem großen Umbruch in der deutschen Juristenausbildung. Deshalb müssen wir uns im Interesse der Qualität der Ausbildung weiter in die Diskussion einmischen", sagte zum Abschluss der Vorsitzende der AsJ, Friedrich-Joachim Mehmel. Eine Fortsetzung des Symposiums ist für das nächstes Jahr geplant.




