Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer JuristInnen Hamburgischer Anwaltverein

Reform der
Juristenausbildung

Gemeinsame Informationsplattform von AsJ und HAV

Kooperationspartner des Symposiums sind

Boston Consulting Group

Hamburgischer Richterverein

Hanseatische Rechtsanwaltskammer Hamburg

Gesellschaft Hamburger Juristen

Kommunikationsverein Hamburger Juristen

Juristenausbildung in Deutschland vor großem Umbruch - Hamburger Vorschlag zur Neugestaltung der Juristenausbildung

10.01.2008

Die gegenwärtige Diskussion zur Reform der Juristenausbildung, die im Zuge der Umstellung der universitären Ausbildung auf die Bachelor- und Masterstruktur geführt wird, hat eine neue Qualität: Allen Bestrebungen juristischer Fakultäten, der abwehrenden Haltungen vieler Landesjustizminister und einer Reihe von Rechtspolitikern zum Trotz wird sich die Umstellung - unabhängig davon, ob man grundsätzlich die Bachelor- und Master Struktur für gelungen hält - nicht verhindern lassen.

Mit dem vorliegenden Vorschlag eines Hamburger Modells zur Neugestaltung der Juristenausbildung wollen die acht Hamburger Unterzeichner, unter ihnen der Vorsitzende des Hamburgischen Anwaltverein Gerd Uecker, der Präsident der Hanseatischen Notarkammer Heiko Zier und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen-Hamburg Friedrich-Joachim Mehmel einen Weg zur Reform aufzeigen. Dabei basiert der Vorschlag u.a. auf den Ergebnissen des Ersten und Zweiten Hamburger Symposiums zur Juristenausbildung, die unter Mitwirkung einer Reihe von Kooperationspartnern vom HAV und der AsJ Hamburg veranstaltet wurden. Aus Sicht der Unterzeichner stellt dabei eine wichtige Weichenstellung für ein zukünftiges Modell der Juristenausbildung die Entscheidung dar, den Bachelor als eigenen berufsqualifizierenden Abschluss ohne staatliche Abschlussprüfung auszugestalten und das Staatsexamen als Aufnahmeprüfung für ein anschließendes Referendariat vorzusehen, wie es schon von Dr. Jeep in seinem auf dem ersten Hamburger Symposium vorgestellten sog. Vier-Säulen-Modell in die Diskussion gebracht worden ist.

Gerd Uecker (HAV) erklärte, dass die Umstellung der Juristenausbildung auf die Bachelor- und Masterstruktur im Rahmen der derzeitigen Neuordnung der deutschen und europäischen Universitätsausbildung nicht aufzuhalten sein werde. Wenn, so Uecker, deutlich über 50% der Studiengänge an deutschen Universitäten bisher schon auf Bachelor und Master umgestellt worden seien und bei einer im europäischen Vergleich viel zu langen juristischen Ausbildung mit mindestens sieben Jahren sowie den fiskalischen Interessen der Länder an einer Senkung der Ausbildungskosten, sei keine Alternative zu einer grundlegenden Reform erkennbar.

Der Vorsitzende der AsJ Friedrich-Joachim Mehmel ergänzte, dass eine Umstellung der Juristenausbildung darüberhinaus die Chance bieten würde, so wirksam den Mängeln der bisherigen Juristenausbildung zu begegnen. So sei auch immer wieder von den Diskussionsteilnehmern des Zweiten Hamburger Symposiums darauf verwiesen worden, so Mehmel weiter, dass es kein Qualitätsbeweis für die bisherige universitäre Juristenausbildung sei, wenn 90% aller Absolventen zur Examensvorbereitung zum Repetitor gingen.

Kernelemente des vorgelegten Vorschlages sind:

"Zusammenfassend lassen sich", so der Vorsitzende der AsJ-Hamburg Friedrich-Joachim Mehmel in Übereinstimmung mit den Unterzeichnern weiter, "folgende Vorteile des Modells benennen:

Unterzeichner des Hamburger Modell zur Neugestaltung der Juristenausbildung sind: Prof. Dr. Harald Koch (Hochschullehrer), Claudia Leicht (Geschäftsführerin Hamburgischer Anwaltverein - HAV), Friedrich-Joachim Mehmel (Vorsitzender Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen - AsJ - Hamburg), Jakob Nicolai (Verwaltungsjurist), Dr. Thorsten Schmidt (Vorsitzender Kommunikationsverein Hamburger Juristen), Bettina Schomburg (Vorstand AsJ-Hamburg), Gerd Uecker (Vorsitzender Hamburgischer Anwaltverein), Heiko Zier (Präsident Hamburgische Notarkammer)

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